Was geschehen ist
Am 13. Oktober haben Kanadas Bundesregierung und die Nature Conservancy of Canada (NCC) den Schutz von mehr als 81.400 Hektar Taigawald und Torfmoor südlich von Kapuskasing im Norden Ontarios bekannt gegeben. Das entspricht etwa dem 1,3-Fachen der Fläche der Stadt Toronto. Die Bundesregierung steuerte über ihr Natural Heritage Conservation Program mehr als 13 Millionen kanadische Dollar bei, als Teil einer Gesamtsumme von 64 Millionen kanadischen Dollar, an der sich auch die Regierung von Ontario, Unternehmen, Stiftungen und private Spender beteiligten.
Ontarios Umweltminister Todd McCarthy nannte es eines der größten privaten Landschutzprojekte in der Geschichte der Provinz. Mit dem Projekt wächst die Schutzfläche der NCC in der nördlichen borealen Region Ontarios auf mehr als 230.000 Hektar.
Warum es wichtig ist
Torfmoore sind Schichten aus wassergesättigtem Pflanzenmaterial, die sich über Jahrtausende aufgebaut haben, und gehören zu den kohlenstoffreichsten Landschaften der Erde. Kanada beherbergt etwa ein Viertel der Torfmoore weltweit, wie die NCC festhält, und seine borealen Wälder und Böden speichern pro Quadratkilometer fast doppelt so viel Kohlenstoff wie tropische Wälder. Das neu geschützte Gebiet speichert mehr als 30 Millionen Tonnen Kohlenstoff, was die Bundesregierung mit den jährlichen Emissionen von etwa 34 Millionen Personenwagen vergleicht.
Das Land bietet zudem Lebensraum für gefährdete Arten, darunter Bobolink, Walddrossel, Kanadawaldsänger, Olivseitentyrann und Rotkopfspecht. Große, zusammenhängende, intakte Systeme kommen mit Dürre, Waldbränden und Überschwemmungen außerdem besser zurecht als zerstückelte.
Kanada hat die seltene Gelegenheit, weltweit bedeutende nördliche Torfmoore zu schützen, solange sie noch gesund und intakt sind.
Christian Bauta, Weston Family Foundation
Der größere Zusammenhang
Kanada hat sich verpflichtet, bis 2030 30 Prozent seiner Land- und Wasserflächen zu schützen. Die Ankündigung erfolgte wenige Tage vor der COP17, der Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen in Jerewan, Armenien, die den weltweiten Fortschritt überprüft – mit Blick auf das Kunming-Montreal-Rahmenabkommen zur Biodiversität und seine Ziele für 2030.
Das Finanzierungsmodell verdient Beachtung. Seit seiner Einführung hat das Natural Heritage Conservation Program mehr als 558 Millionen kanadische Dollar an Bundesmitteln investiert, ergänzt durch mehr als 1,1 Milliarden kanadische Dollar von Naturschutzorganisationen und Landtreuhändern, um knapp 966.000 Hektar zu schützen. Öffentliches Geld zieht privates Geld an, und Landtreuhänder übernehmen die langfristige Betreuung.
Könnte das auch anderswo funktionieren?
Eine gemischte öffentliche und private Finanzierung lässt sich überall wiederholen, wo Regierungen Spenden aufstocken können und leistungsfähige Landtreuhänder existieren. Das Besondere an diesem Fall ist der Kohlenstoff. Nur wenige Landschaften speichern genug, um ihren eigenen Schutz mitzufinanzieren.
Was noch offen ist
- Dauerhaftigkeit finanzieren. Laut NCC ermöglicht der auf dem Gelände gespeicherte Kohlenstoff, Kohlenstofffinanzierung zu nutzen, um den langfristigen Schutz vor kommerzieller Holzernte zu sichern; als registriertes Kohlenstoffprojekt könne es zudem weitere Einnahmen erzielen. Nach unserer Einschätzung knüpft das einen Teil der Zukunft des Projekts an die Nachfrage auf dem Kohlenstoffmarkt und an die Integrität der Zertifikate über Jahrzehnte.
- Verwaltung durch Indigene. Das Land liegt im Gebiet von Vertrag 9 (Treaty 9). Die NCC erklärt, sie stehe aktiv im Austausch mit benachbarten Nationen, darunter der Brunswick House First Nation, über eine gemeinsame Betreuung. Wie diese aussehen wird, ist noch nicht bekannt gegeben worden.
- Schutz bedeutet keine Unverwundbarkeit. Der rechtliche Schutz verhindert Holzeinschlag, nicht aber Dürre, Waldbrände und Erwärmung, die den borealen Wald bereits verändern.
Wie es weitergeht
Die NCC sammelt weiterhin Mittel für die Pflege der Landschaft, und Kanada wird seine Naturschutzbilanz bei der COP17 vorstellen. Langfristig kommt es darauf an, wie die Betreuungsvereinbarungen mit den First Nations aussehen und wie sich das Kohlenstoffprojekt entwickelt.
Quellen
- Environment and Climate Change Canada Bundesregierung unterstützt den Schutz der Taigawälder und Torfmoore im Norden Ontarios (13. Oktober 2026)
- Nature Conservancy of Canada Borealer Wald und Torfmoore gesichert, um die Klimaresilienz zu stärken
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