Was geschehen ist
Am Samstag, dem 24. Oktober 2026, nahm Präsident William Ruto in Mbiuni im Wahlkreis Mwala, County Machakos, die zweite Phase des Mwala Cluster Last Mile Water Supply Project in Betrieb, zum Auftakt einer viertägigen Reise durch die Region Ukambani, berichtete KBC. Nach Angaben des staatlichen Senders soll das Projekt rund 120.000 Menschen in Mwala, Makutano, Masii, Kivandini, Wamunyu, Kathama, Oldonyo Sabuk, Mbiuni, Mbaani, Kilembwa und Kyawango versorgen.
Die Anlage hat eine Versorgungskapazität von 6,6 Millionen Litern pro Tag und soll 137.400 Menschen und 10 Einrichtungen in 10 Orten versorgen, berichtete The Eastleigh Voice. Auch Wasserminister Eric Muuga war anwesend.
Warum es wichtig ist
Der Osten Kenias ist halbtrocken, und viele Haushalte in Mwala sind seit Langem auf weit entfernte, saisonale oder unsichere Wasserquellen angewiesen. Das Projekt wird gemeinsam von der Regierung Kenias und der Afrikanischen Entwicklungsbank im Rahmen des Kenya Towns Sustainable Water Supply and Sanitation Programme finanziert, so die Tanathi Water Works Development Agency, die staatliche Stelle, die es gebaut hat. Zu den Hauptbauwerken gehören ein 3,5 Meter hohes Wehr am Fluss Ndarugu bei Munyu, 4,48 Kilometer Rohwasserleitungen, eine auf 6.600 Kubikmeter pro Tag ausgelegte Aufbereitungsanlage mit einem Reinwasserbehälter von 1.000 Kubikmetern sowie rund 80 Kilometer Transport- und Verteilleitungen.
Der Weg dorthin war nicht einfach. Auf Tanathis Projektseite sind Verzögerungen vermerkt, die auf die mangelnde Leistung eines früheren Bauunternehmens zurückgingen; dessen Vertrag wurde gekündigt und neu ausgeschrieben. Im April 2026 war der Bau nach Regierungsangaben zu 93 Prozent abgeschlossen. In einer Mitteilung der Regierung nannte der Wasserminister das Projekt damals „einen entscheidenden Schritt zur Beendigung der anhaltenden Wasserknappheit in Ukambani“.
Wir müssen die Wasserknappheit in Ukambani bewusst und gezielt angehen.
William Ruto, Präsident Kenias, bei der Inbetriebnahme in Mbiuni
Der größere Zusammenhang
Mit der Inbetriebnahme der Hauptbauwerke ist erst die Hälfte der Arbeit getan. Ruto sagte, die zweite Phase werde sich auf die letzten Meter bis zu den einzelnen Haushalten konzentrieren. „Im nächsten Haushalt im kommenden Monat werden wir 200 Millionen Schilling für die Verteilung des Wassers aus Mwala Cluster an Ihre Haushalte bereitstellen“, sagte er. Weitere 500 Millionen Schilling seien für ein Programm vorgesehen, das zusätzliche 120.000 Menschen im Wahlkreis Mwala erreichen soll, berichtete Sacco Review. Zudem seien über den geplanten National Infrastructure Fund 300 Milliarden Schilling für 12 Staudämme vorgesehen, darunter zwei in Ukambani.
Das Fachmagazin Kenya Engineer mahnte zu Recht zur Vorsicht: Die Zahl von 120.000 sei ein angekündigtes Versorgungsziel, „keine Zählung angeschlossener Haushalte und kein Maß für geliefertes Wasser“. Den eigentlichen Nachweis würden Förderprotokolle, Zählerstände, Versorgungsstunden und Wasserqualitätstests in jedem Versorgungsgebiet liefern.
Auch die Politik ist sichtbar. Die Reise führte Ruto vor der Parlamentswahl 2027 in eine Region, die mit Oppositionsführer Kalonzo Musyoka verbunden wird, merkte Capital FM an, und fügte hinzu, dass der Nutzen für die Bevölkerung davon abhänge, ob die Investitionen zu besserem Zugang zu Wasser führen.
Könnte das auch anderswo funktionieren?
Kenia hat mehrere ähnliche Vorhaben in Arbeit. Tanathi führt Wasserprojekte für die Stadt Machakos sowie für Kiambere und Mwingi auf, finanziert mit Partnern wie der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Italienischen Entwicklungszusammenarbeit, und auch bei mehreren davon kam es zu langen Verzögerungen. Nach Einschätzung von GGND lautet die Lehre aus Mwala: Aus Flüssen gespeiste Aufbereitungsanlagen können trockenen Gebieten verlässlich Wasser bringen, aber nur, wenn die Leitungen bis in die Häuser, der Betreiber und das Wartungsbudget ebenso sorgfältig geplant und finanziert werden wie die Anlage selbst.
Was noch offen ist
- Wer versorgt wird. Offizielle Angaben und Medienberichte reichen von 120.000 und 137.400 Menschen bis zu etwa 150.000 und, nach vollständiger Fertigstellung, rund 270.000. Sie beziehen sich auf verschiedene Phasen und zählen nicht die Menschen, die bereits Wasser erhalten.
- Was es gekostet hat. Nachrichtenberichte bei der Inbetriebnahme nannten einen Wert von 1,47 Milliarden Schilling; Tanathi und die Regierungsmitteilung vom April sprechen von 1,7 Milliarden Schilling. Der Unterschied wurde nicht erklärt.
- Hausanschlüsse. Die 200 Millionen Schilling für die Verteilung an die Haushalte müssen noch vom Parlament bewilligt werden, und für die Phase der letzten Meile gibt es keinen veröffentlichten Zeitplan.
- Betrieb der Anlage. Wer die Anlage betreibt, wie die Tarife festgelegt werden und wie die Wartung finanziert wird, entscheidet darüber, ob das Wasser weiter fließt.
Wie es weitergeht
Im Mittelpunkt stehen nun der Anschluss der Haushalte und die von Ruto versprochenen Haushaltsmittel. GGND wird nach den ersten öffentlichen Daten zu aktiven Anschlüssen und Versorgungsstunden in den Orten von Mwala Ausschau halten.
Quellen
- Tanathi Water Works Development Agency Ongoing projects: Mwala Cluster Water Supply Project
- Government Advertising Agency (Presidential Communication Office) Mwala water project to end Ukambani water shortage (9. April 2026)
- KBC President Ruto kicks off four-day Ukambani development tour (24. Oktober 2026)
- Capital FM Ruto begins four-day Ukambani tour, commissions Sh1.47bn Mwala water project (24. Oktober 2026)
- The Eastleigh Voice Ruto kicks off four-day Ukambani tour with Sh1.47 billion Mwala water project (24. Oktober 2026)
- Sacco Review Ruto commissions Sh1.47bn Mwala water project in Machakos (Oktober 2026)
- Kenya Engineer Mwala’s water project: what will prove the last mile works? (27. Oktober 2026)
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